Hintergrund / Ablauf

Hintergrund

Das Weimarer Mentoring-Programm hat seine Wurzeln in dem von Frau Dr. Lorna Heyge entwickelten Konzept „Musikgarten“. Dieser Ansatz richtet sich an Kinder und deren Eltern, welche gemeinsam die „Musikgarten“-Stunden bei einer Lehrkraft besuchen.

Das Weimarer Mentoring-Programm richtet sich als ein alltagsintegriertes musikpädagogisches Praxiskonzept zur vorurteilsbewussten Qualitätsentwicklung an Kindertageseinrichtungen. Es zielt somit also auf den pädagogischen Alltag in der Kita sowie die Interaktion und Beziehung zwischen Kind und pädagogischer Fachkraft im Kontext der Gruppe und Gemeinschaft.

Konzipiert und entwickelt wurde das Weimarer Mentoring-Programm von Frau Dr. Lorna Heyge. Als Praxiseinrichtung steht dafür seit 2015 die Kindertagesstätte „Kinderland“ (JUL gGmbH) in Weimar-West zur Verfügung. Dort werden von 25 pädagogischen Fachkräften insgesamt 175 Kinder zwischen drei Monaten bis zum Schuleintritt betreut, gefördert und gebildet. Es handelt sich dabei um ein soziokulturell und sozioökonomisch sehr vielfältiges Umfeld. Seit Juni 2017 sind die pädagogischen Fachkräfte sowie die Einrichtung nach dem Weimarer Mentoring-Programm zertifiziert und wirken aktiv an dessen Fortschreibung mit.

Seit November 2016 wird das Weimarer Mentoring-Programm im „Kindergarten am Goethepark“ (AWO) in Weimar durchgeführt und weiterentwickelt. Dort werden von 11 pädagogischen Fachkräften ca. 80 Kinder betreut, gefördert und gebildet. Es handelt sich dabei um ein soziokulturell und sozioökonomisch eher homogenes Umfeld. Das Team sowie die Einrichtung sind ebenso nach dem Weimarer-Mentoring-Programm zertifiziert.

Ab Herbst 2017 wird das Programm in weiteren Kindertageseinrichtungen bundesweit angeboten und durchgeführt. Die Heyge-Stiftung stellt den Einrichtungen hierzu eine Mentorin/einen Mentor an die Seite, welcher das achtmonatige Weimarer Mentoring-Programm gemeinsam mit dem pädagogischen Team der jeweiligen Einrichtung durchläuft.

Ablauf – Zeitplan

09/2017 Auftaktveranstaltung in der Notenbank Weimar
Beginn: 07.09.2017 um 17:00 Uhr Ende: 09.09.2017 um 16:00 Uhr
Die/der Leiter/in, die/der Musikbeauftragte der Einrichtung und die/der Musik-Mentor/in nehmen an einem 2,5-Tages-Seminar in Weimar teil. Hierbei werden tiefere Einblick in die Struktur und den Ablauf des WMP gegeben und die ersten praktischen Erfahrungen gesammelt. Natürlich kommt auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Die Heyge-Stiftung legt hohen Wert auf den Kontakt und die Vernetzung der teilnehmenden Einrichtungen untereinander.

09/2017 bis 10/2017
Der/die Mentor/in unterrichtet die Kinder sowie die pädagogischen Fachkräfte in Gruppen von jeweils ca. 10 bis 15 Kindern (für jede Einrichtung individuell regelbar). Dieser Unterricht findet zweimal pro Woche für jeweils 30 Minuten statt. Ziel ist es hierbei, eine gemeinsame Grundlage von Aktivitäten, Liedern und Tänzen zu erarbeiten und diese dann bereits eigenständig mit in den Tagesablauf einfließen zu lassen.

11/2017 bis 02/2018
Das Repertoire an Aktivitäten wird weiterhin ausgebaut und eingeübt, dabei geht es nun zunehmend darum, die unterschiedlichen Aktivitäten auf verschiedene Arten zu kombinieren und zu variieren. In jeder Unterrichtsstunde übernimmt die pädagogische Fachkraft ca. 1 bis 3 Aktivitäten. Der/die Mentor/in steht dabei als kompetenter Praxis- und Ansprechpartner zur Verfügung. Anschließend erhält die pädagogische Fachkraft ein Feedback sowie ein entsprechendes Coaching durch den/die Mentor/in.

03/2018 bis 04/2018 (Abschluss)
Der/die Mentor/in unterrichtet einmal pro Woche. Die pädagogische Fachkraft führt die 2. Einheit nun gezielt selbstständig einmal pro Woche mit ihrer/seiner Gruppe durch. Der/die Mentor/in nimmt an diesen Einheiten teil. Anschließend erhält die pädagogische Fachkraft ein Feedback sowie ein entsprechendes Coaching durch den/die Mentor/in.

Teamweiterbildung in der Einrichtung
Der/die Mentor/in führt während des Weimarer Mentoring-Programms in der jeweiligen Einrichtung sechs Teamweiterbildungen mit einer Dauer von jeweils zwei Stunden durch (12 h insgesamt). Die Weiterbildungen folgen einer festen Struktur, werden aber individuell auf die Bedürfnisse des Hauses angepasst.

(Wissenschaftliche) Begleitung des Projekts
Alle sechs Wochen findet eine dialogische Online-Konferenz statt, an welcher die Mentoren/Mentorinnen sowie die Projektleitung teilnehmen. Darüber hinaus findet eine enge Kommunikation zwischen den Einrichtungsleitungen und der Projektleitung statt. Diese steht als Ansprechpartner in inhaltlichen sowie organisatorischen Fragen zur Verfügung.

Das Weimarer Mentoring-Programm wird projektbegleitend wissenschaftlich evaluiert. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie während der Auftaktveranstaltung. Ziel ist es, das Weimarer Mentoring-Programm weiter zu verbessern und noch gezielter auf den pädagogischen Alltag hin zu optimieren.

Zertifikat/Zertifizierung
Das Weimarer Mentoring-Programm schließt mit einer Zertifizierung der teilnehmenden pädagogischen Fachkräfte sowie der gesamten Einrichtung ab. Die Fachkräfte müssen hierzu gegenüber dem/der Mentor/in die gelingende Durchführung der Aktivitäten im Kita-Alltag nachweisen. Jede Einrichtung erhält ein Türschild welches die Teilnahme am Weimarer Mentoring-Programm dokumentiert und bestätigt.

Nachhaltigkeit
Jede Einrichtung verpflichtet sich dazu, nach Beendigung des Mentorings (ab dem Folgejahr) jährlich mindestens acht Stunden Weiterbildung zu den Inhalten und dem Diversitätsbewusstsein des Weimarer Mentoring-Programms durchzuführen. Ziel ist die kontinuierliche Weiterführung und Verbesserung des Programms sowie die Auffrischung der Kenntnisse. Die zeitliche Gestaltung dieser Weiterbildung obliegt der jeweiligen Einrichtung, entsprechende Materialien werden von der Heyge-Stiftung zur Verfügung gestellt.