Mit Musik kann ich alles bewirken – aber wie kann ich das vermitteln?

Unter diesem Leitgedanken stand das Symposium der Heyge-Stiftung, das am Samstag, den 19. Januar 2019 in Weimar erstmalig stattfand.

26 Lehrkräfte mit musikpädagogischem Hintergrund, die beruflich mit Eltern-Kind-Gruppen zu tun haben und Kindern von 0-6 Jahren erste musikalische Erfahrungen ermöglichen, nahmen daran teil.

Von den überwältigend vielen positiven Aspekten der Musik musste in diesem Kreis niemand überzeugt werden. Vielmehr stand die Frage im Mittelpunkt, wie es im Alltag gelingt, sein Gegenüber zu erreichen: Wie spreche ich die Erwachsenen an? Wie erlange ich die Aufmerksamkeit der Kinder?

Mit dem gemeinsamen Singen des Kanons „Every morning, when I wake up, I got a song to sing, my children” startete für die Teilnehmerinnen ein vielseitiges Programm:

Von Prof. Ulrike Rynkowski-Neuhof (Vizepräsidentin für Lehre, Professorin für Gesang und Stimmbildung an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar) erfuhren die Teilnehmerinnen, wie sich die Singstimme im Laufe der Lebensalter entwickelt, warum es wichtig ist, darauf Rücksicht zu nehmen und wie das gelingen kann.

Yvette Schatz und Silke Schellbach (Autismus- und Heilpädagoginnen, Erzieherinnen sowie Gründerinnen des Autismuszentrums KleineWege® Yvette Schatz & Silke Schellbach GbR) zeigten sehr eindrucksvoll, wie musikpädagogische Elemente im Kontakt und in der Interaktion mit Kleinkindern im Autismusspektrum zur Verbesserung der Entwicklung und der Kommunikation beitragen können.

Dirk Rühling (Facharzt für Kinder und Jugendmedizin in Weimar) teilte seine Erfahrungen über die negativen Einflüsse von Bildschirm-Medien auf die Entwicklung im Kindesalter. Hier ein Link zum Flyer mit den Empfehlungen der Kinder- und Jugendärzte zum achtsamen Gebrauch von Bildschirmmedien: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/mediathek/empfehlungen-zum-bildschirmmediengebrauch/

Für Dr. Lorna Heyge (Gründerin, Verlagsleiterin, Autorin und Dozentin von Musikgarten sowie Vorsitzende der Heyge-Stiftung) lag der Schwerpunkt auf der gesellschaftlichen Relevanz musikalischer Aktivitäten in Kindergarten und Krippe. Sie stellte das Weimarer Mentoring-Programm vor, welches dazu beitragen soll, pädagogischen Fachkräften in Kindergärten den Zugang zu ihren eigenen musikalischen Fähigkeiten zu erschließen und ein einfaches musikalisches Repertoire in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Angelika Jekic, eine bundesweit bekannte Referentin und Autorin im Schwerpunktbereich Elementare Musikerziehung und Leiterin generationsübergreifender Musikprojekte, rundete den Tag mit der Einführung neuer Tänze ab.

In vielen Vorträgen fanden sich ähnliche Anknüpfungspunkte und Parallelen. Es wurde deutlich, dass es am Anfang immer darum gehen muss, den Menschen Mut zu machen, ihre eigene Stimme zu benutzen und zu singen. Hohe Leistungsanforderungen sind fehl am Platz, wenn es darum geht, innere Hürden zu überwinden und sich mit Freude auf die eigenen Möglichkeiten einzulassen. Es gilt vor allem, Interesse zu wecken, mit kleinen Schritten und viel Geduld voran zu gehen, Vertrauen aufzubauen. Nur so können Erwachsene – seien es Eltern oder pädagogische Fachkräfte – für aktives Spielen, Musizieren, Singen gewonnen werden. Die Kinder sind sowieso dankbar dabei, auch ohne Bildschirmmedien. Es lohnt sich, für jeden Gesprächspartner den passenden Ton zu finden.