Ausgangslage

Warum das Weimarer Mentoring-Programm?

Dr. Lorna Heyge ist mit dem festen Vorhaben nach Deutschland gezogen, sich auch hier weiterhin musikpädagogisch im Kontext von sozial benachteiligten Kindern und Familien zu engagieren. Dabei legt sie nun ihren Arbeitsschwerpunkt nicht mehr auf die Familie und die Eltern-Kind-Beziehung, sondern auf die Institution Kindergarten mit ihrem pädagogischen Personal, mithin also die Fachkraft-Kind-Beziehung und die Bindungsqualität.

Initialzündung für ihr Engagement in Thüringen war ein Zeitungsartikel (2013) über die Herausforderungen in einem Plattenbaugebiet in Weimar-West. Kurzerhand nahm sie Kontakt zur dortigen Kindertagesstätte „Kinderland“ (JUL) auf und verschaffte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Als mögliche Schlüsselfaktoren wurden identifiziert:

  • Überindividualisierung in der Kindererziehung
  • zu wenig positive Gemeinschafts- und Gruppenerfahrungen
  • Unsicherheit im Umgang mit (herausfordernden) Kindern
  • zu geringer Stellenwert musikalischer Inhalte bei der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften
  • Kinder (auch in Kindergärten) und Erwachsene sind häufig nur noch Konsumenten von Musik – jedoch kaum musikalisch selbst aktiv
  • hohe Stressbelastung und drohende Anforderungs-Überlastungen der pädagogischen Fachkräfte
  • weniger gemeinsames Singen in der Familie

Nach einer Vielzahl von Beobachtungen und Gesprächen gelangte sie schließlich zu der tiefen Überzeugung, auf Grundlage ihres breiten Wissens- und Erfahrungsschatzes mit einem neuen Programm – dem Weimarer Mentoring-Programm – helfen zu können.