Motivation

Welche Beweggründe hat Lorna Heyge – was treibt sie an?

Seit über 40 Jahren arbeitet Frau Dr. Lorna Heyge als Musikpädagogin mit kleinen Kindern, dabei sitzt sie oft mit ihnen zusammen auf dem Boden und staunt nach wie vor darüber, wie viel die Musik den Kindern – und uns allen – zu schenken hat.  Über die Jahre ist ihr zunehmend klarer geworden, dass das Musizieren mit kleinen Kindern ein natürlicher Bestandteil des Alltags sein sollte und deswegen in die Hände derjenigen gehört, die täglich mit den Kindern zusammen sind: Im konkreten Fall also die pädagogischen Fachkräfte in Kindergärten und Kinderkrippen – und wenn irgend möglich auch Eltern.

„Es ist unsere Hoffnung mit dem Programm, dass die pädagogischen Fachkräfte Erfolg mit musikalischen Spielen haben, die sie sonst mit gewissen Kindern nicht haben. Und dass sie dadurch selber weniger unter Stress sind, weil sie ein Mittel haben …“

Die Pädagoginnen und Pädagogen verbringen viele Stunden des Tages gemeinsam mit den Kindern. Sie bemühen sich wesentlich um deren bestmögliche Förderung und Entwicklung. Sie sind dazu in der Lage, das Musizieren mit den Kindern als eine natürliche Form des Ausdrucks, der Wahrnehmung, der Bewegung und der Empfindung in ihren Alltag zu integrieren. Diese Art des Musizierens, Singens und Bewegens kleiner Kinder entspringt einem natürlichen Bedürfnis: Sie singen, weil es ihnen gut geht oder weil sie Kummer haben. Sie bewegen sich, weil ihr Körper danach verlangt. Sie spielen ein Kreisspiel, weil sie mit ihren Freunden zusammen sein möchten.

Gerade die einfachen Lieder, mit Klatschen und Stampfen, mit Hüpfen und Schleichen, mit Gehen und Stoppen, gehören zum Alltagsrepertoire. Von einem zum anderen Augenblick liegt das passende Lied auf der Zunge. Und Kinder lieben es, die Aktivitäten zu wiederholen, darin etwas Vertrautes zu finden, wie in einem alten, lieb gewordenen Stofftier. Dieses einfache Musizieren ist Teil der Grundlage, die jedes Kind zu einem glücklichen Leben braucht.

Das Weimarer Mentoring-Programm bietet im Grunde genommen nicht viel Neues an, keine neue musikalische Früherziehung und erst Recht kein Allheilmittel. Es ist eine Einladung, sich ein Repertoire zu erschließen mit einer bewährten Art des Musizierens, die zu allen Zeiten in vielen Kulturen auf allen Kontinenten ein Teil des menschlichen Zusammenlebens war und – hoffentlich – immer sein wird.

Forschungsergebnisse in Neurologie und der Entwicklungspsychologie untersetzen diese Intention mit immer neuen Erkenntnissen:

  • Musizieren mindert Stress,
  • Musik unterstützt die sprachliche wie die motorische Entwicklung,
  • Musikalische Spiele fördern soziales Miteinander und Inklusion
  • Musik beeinflusst die Stimmung im Raum.

Im Vordergrund steht dabei immer Spaß, Freude und Gemeinsamkeit. Was insbesondere dadurch zum Ausdruck kommt, dass Kinder an traditionellen Liedern wie Ringel, Rangel, Rosen oder Machet auf das Tor genau so viel Freude haben wie an neuen Lieder wie Ei, wir tanzen heute.