Die Stifter

„Musik muss von der Bühne wieder in unseren Alltag hinein und selbstverständlich werden. Es geht um die Bedeutung musikalischer Gemeinschaftserlebnisse, von Ritualen, verbindender Kultur und zusammen vereinbarten demokratischen Regeln, Werten und Normen.“

Dr. Lorna Heyge / Hermann Heyge

Was hat Lorna und Hermann Heyge zur Gründung einer Stiftung motiviert?

Die Stifter Lorna und Hermann Heyge im August 2016

Das Leben des deutsch-amerikanischen Ehepaars Lorna und Hermann Heyge zeichnet sich insbesondere durch ein starkes musikalisches Interesse aus, wobei Beiden die verbindende Kraft und die einfache Natürlichkeit von Musik besonders am Herzen liegt. Dabei geht es ihnen insbesondere um die umfassende Förderung und Unterstützung des selbsttätigen Musizierens anstatt um passiven Musikkonsum.

Lorna Heyge hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder die Erfahrung gesammelt, dass Musik zunehmend nur noch etwas für Profis ist und Stück für Stück – aber mit Sicherheit – aus dem Kindergarten- und Familienalltag verschwindet. Dabei gibt es zwar die „doppelt gesegneten“ Kinder, also jene, deren Eltern sich erstens überhaupt für Musik interessieren und zweitens auch dazu bereit und in der Lage sind, hierfür Geld auszugeben. Doch was ist mit den anderen Kindern?

An dieser Stelle setzt das Weimarer Mentoring-Programm an. Im Fokus stehen dabei pädagogische Fachkräfte und Kinder in sozioökonomisch und soziokulturell vielfältigen Einrichtungen. Verbunden mit dem tiefliegenden Wissen und der festen Überzeugung durch Musik brücken bauen zu können, geht es darum „die Stärken jedes Menschen zu sehen und in seiner Persönlichkeit wertzuschätzen“.

Dr. Lorna Heyge

„Als Musikpädagogin sehe ich die grundlegende Wichtigkeit von Musik als Teil der Entwicklung – weniger in Wettbewerben wie „Jugend Musiziert“, auch nicht in Form von Rock-Festivals – sondern Musik als Trost, als Mittel, den Körper unter Kontrolle zu bringen, als Brücke zur Gemeinschaft – Werte, die zentral in der Entwicklung des Kindes sind, und in der Entwicklung der Gesellschaft.“

Lorna Heyge wurde als Amerikanerin am 11.06.1941 mit dem Mädchennamen Lorna Kay Lutz in Lyons/New York geboren. Nachdem sie sich bereits als Kind sehr stark für Musik interessierte, erwarb sie nach der High School im Herbst 1963 einen Bachelor of Music an der Eastman School of Music. Danach führte sie ihr Weg für zwei Semester nach Deutschland, um schließlich 1965 an der Northwestern University/Chicago ihren Master of Music zu absolvieren. Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen erhielt sie anschließend ein DAAD Stipendium für weiterführende Studien an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. 1968 bestand sie hier ihr Konzertexamen in Orgel, zwei Jahre später promovierte sie zur Dr. phil. in Musikwissenschaft.

Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
Am Palais / Lorna Heyge an ihrer Übungsorgel
Foto: Maik Schuck / Weimar

Von 1971 bis 1974 war Dr. Lorna Heyge Professorin für Orgel und Musikgeschichte am Greensboro College (North Carolina). Anschließend ging sie wieder nach Deutschland und war in Bonn/Troisdorf als stellvertretende Leiterin der Jugendmusikschule tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt lag dabei auf musikalischer Früherziehung. Während dieser Zeit war sie auch am Forschungsprojekt des Verbandes deutscher Musikschulen e. V. beteiligt, welches das Fundament für die Anfänge der musikalischen Früherziehung in Deutschland legte. In diesem Kontext wurde Frau Dr. Heyge mit der Übertragung des Programms des Verbands deutscher Musikschulen e.V. ins Englische beauftragt und nahm 1976 als Vertreterin des Verbands am ISME (International Society for Music Education) Kongress in Montreux (Schweiz) teil.

Ab 1978 erlebte sie einige sehr prägende Jahre am Toronto Montessori Institute, hier entwickelte sie ein Musik-Programm für Kinder, bei dem erstmals die Bereiche Musik-Pädagogik und Entwicklungspsychologie miteinander tiefgreifender kombiniert wurden. Genau dieser Aufgabenbereich sollte sie von nun an nicht mehr loslassen und stellt für sie bis zum heutigen Tag eine „dankbare Lebensarbeit“ dar. Im gleichen Jahr gründete sie mit Kindermusik ihre erste eigene Unternehmung.

Im Dezember 1978 heiratete die amerikanische Musikwissenschaftlerin Lorna Kay Lutz den deutschen Ingenieur Hermann Heyge in North Carolina. In den Jahren zwischen 1980 und 1990 verbrachten beide ihre Fahrrad-Urlaube regelmäßig in Europa und waren so auch mehrmals jährlich in der BRD und in der DDR zu Gast.

Im Jahr 1994 rief Frau Heyge den Musikgarten ins Leben, welcher sich international (Afrika, Asien, Europa, Nordamerika, Mexiko) einer großen Beliebtheit erfreut.

Ebenfalls in diesem Jahr gründete sie – motiviert von ihrer Arbeit in den African-American Slums – die Foundation for Music-Based Learning und gab die Zeitschrift Early Childhood Connections heraus. 2001 ergänzte sie ihr Portfolio um eine eigene Klavierschule.

Das Kunstfest führte Lorna und Herrmann Heyge 2007 erstmals wieder nach Weimar. Beeindruckt von den vielfältigen Angeboten und Möglichkeiten reifte in Beiden schließlich der Entschluss, ihren Lebensabend hier zu verbringen. Seit dem Gründungsjahr der Stiftung 2013 lebt Frau Dr. Lorna Heyge gemeinsam mit ihrem Ehemann Hermann in Weimar.

Hermann Heyge

Hermann Heyge wurde am 26.11.1935 in Ilmenau geboren. Nach einigen Studiensemestern an der TU Ilmenau erhielt er seinen Abschluss als Diplomingenieur 1960 in Stuttgart. Anschließend vertiefte er sein technisches Wissen 1961 mit einem Magisterabschluss am renommierten Imperial College London. Seine berufliche Laufbahn führte ihn zunächst 1961 als Professional Engineer nach Canada, ab 1990 war er bis zu seiner Pensionierung als Ingenieur in den USA tätig. 1978 lernte der musikbegeisterte Ingenieur Herman Heyge die Musikwissenschaftlern Lorna Kay Lutz kennen und heiratete sie noch im gleichen Jahr.

Durch Hermann Heyge gelangte ein in Familienbesitz befindlicher Sekretär aus der Goethezeit zurück nach Ilmenau, genauer gesagt in das GoetheStadtMuseum Ilmenau und ist dort seit 2008 Teil der Dauerausstellung.

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